Was ist denn ein CRO?

CRO ist die Abkürzung für „Chief Restructuring Officer“, auf Deutsch Krisenmanager, Sanierer oder strategischer Impulsgeber.

Sie können ihn im Organigramm von Unternehmen finden. Vor allem in turbulenten Zeiten des Unternehmens, etwa bei Umsatzrückgängen oder Liquiditätsengpässen, kommen sie ins Spiel. Doch welche Aufgaben hat ein CRO konkret, welche Qualifikationen sollte er mitbringen, und wie wirkt sich seine Arbeit auf die Organisation aus?

Die Hauptaufgabe eines CRO besteht darin, kurzfristig Stabilität herzustellen und langfristig eine nachhaltige strategische Neuausrichtung zu ermöglichen.
Dabei übernimmt er operative und strategische Verantwortung, die über die eines klassischen Sanierungsberaters hinausgeht.

Seine Aufgaben umfassen insbesondere:

  • Finanzielle Restrukturierung: Erarbeitung von Sanierungskonzepten, Verhandlung mit Gläubigern, Banken und Investoren sowie Sicherstellung
    der Liquidität.
  • Operative Maßnahmen: Optimierung von Prozessen, Reduzierung von Kosten und Verbesserung der Effizienz.
  • Strategische Neuausrichtung: Identifikation neuer Geschäftsfelder, Anpassung der Unternehmensstrategie und Umsetzung von Transformationsprozessen.
  • Kommunikation und Stake-holder-Management: Vermittlung zwischen Management, Gesellschaftern, Arbeitnehmern, Lieferanten und Finanzpartnern.
  • Change Management: Begleitung kultureller und struktureller Veränderungen innerhalb des Unternehmens.

Ein CRO bringt Erfahrung, Objektivität und eine außenstehende Perspektive mit. Zudem hat er die notwendige Erfahrung im Krisenmanagement und in Restrukturierungsprozessen.

Ein weiterer Vorteil ist seine Glaubwürdigkeit gegenüber Banken, Investoren und anderen Stakeholdern. Die Bestellung eines CRO signalisiert Handlungsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein. In vielen Fällen verlangen Banken oder Gläubiger explizit die Einsetzung eines CRO, bevor sie weitere finanzielle Unterstützung gewähren.

Die Honorierung eines CRO variiert je nach Unternehmensgröße, Komplexität der Krise und Dauer des Mandats. Üblicherweise arbeiten CROs auf Tages- oder Monatshonorarbasis.
Die Spanne liegt in der Regel zwischen 1500 und 5000 Euro pro Tag oder einem monatlichen Honorar von 20.000 bis 80.000 Euro. In besonders kritischen Situationen kann eine erfolgsabhängige Vergütung vereinbart werden.

Nicht jeder kann sich zurecht CRO nennen, die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Ein erfolgreicher CRO benötigt daher eine Kombination aus fachlicher Kompetenz, Branchenwissen und Führungserfahrung.

Neben den fachlichen Anforderungen muss ein CRO wichtige Soft-Skills mitbringen. Dazu gehören Durchsetzungsfähigkeit und Entscheidungsstärke, Kommunikationsstärke, Empathie
und Fingerspitzengefühl, Krisenresistenz und Belastbarkeit. Restrukturierungsprozesse sind oft mit erheblichem Druck verbunden.

Im Spannungsfeld zwischen Gläubigern und Management

In bestimmten Fällen setzen Banken oder Investoren einen CRO als Bedingung für eine Fortführung der Finanzierung ein. Diese „aufgezwungenen“ CROs stehen oft im Spannungsfeld
zwischen Gläubigern und Management. Während Banken eine rasche und konsequente Sanierung fordern, müssen interne Führungskräfte und Mitarbeiter abgeholt und integriert werden. Hier entscheidet die Persönlichkeit des CRO, ob er als „Sanierer mit harter Hand“ oder als „vermittelnder Restrukturierungsexperte“ wahrgenommen wird.

Ein CRO kann in kritischen Unternehmensphasen der entscheidende Faktor für eine erfolgreiche Restrukturierung sein. Entscheidend ist jedoch, dass das Unternehmen und seine Stakeholder den CRO als Gestalter und nicht als bloßen Sanierer wahrnehmen, denn nur so gelingt eine nachhaltige Transformation.

von Mirko Udovich

Mirko Udovich
Geschäftsführender Gesellschafter
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