Motivation als Führungskraft

So wirkt sich Unlust in der Führung auf das ganze Unternehmen aus

Motivation ist der Motor eines jeden Unternehmens, doch was passiert, wenn die Führungsriege selbst ins Leerlaufen gerät? In einer Zeit, in der Fachkräftemangel und der Wettbewerb um Talente alles dominieren, ist die Rolle von Führungskräften wichtiger
denn je.

Studien belegen, dass Führungsgespräche nicht nur der einfachen Informationsweitergabe dienen, sondern ein zentrales Instrument sind, um Engagement und Teamdynamik zu fördern. Was aber, wenn genau dieses Führungsinstrument unmotiviert und
mit mangelnder Begeisterung ausgeführt wird? Die Folgen sind entmutigende Ergebnisse sowohl auf individueller als auch auf organisatorischer Ebene.

Neuropsychologische Untersuchungen zeigen: Führungskräfte sind emotional ansteckend. Ein Manager, der sich zügellos durch den Tag schleift, sendet unbewusst negative Signale an seine Mitarbeitenden. Die emotionale Ansteckung, auch „Emotional Contagion“ genannt, bewirkt, dass Motivation sich schnell über das Team verteilt, im Positiven wie im Negativen.

Demotivation bei den Führungsetagen sollte deshalb keinesfalls unterschätzt werden. Die „Harvard Business Review“ weist darauf hin, dass geringe Motivation und damit verbundene Führungsschwächen direkt mit reduziertem Teamoutput und höherer Fluktuation korrelieren.

Konkret zeigt sich dies oft in scheinbar kleinen, aber folgenreichen Führungssituationen: Ein Vorgesetzter, der bei regelmäßigen Meetings lustlos wirkt oder wichtige Feedbackgespräche nur halbherzig führt, löst häufig Verunsicherung und
Frustration bei Mitarbeitenden aus. Im schlimmsten Fall fühlen diese sich nicht wertgeschätzt und ziehen sich emotional zurück. Eine deutsche Studie von Gallup belegt, dass Teams mit demotivierten Führungskräften bis zu 50 Prozent weniger produktiv sind. Die
Folge sind verpasste Ziele, sinkende Innovationskraft und oft auch der Verlust von Top-Talenten.

Führungsgespräche, sofern gut gestaltet, sind hingegen kraftvolle Motivationsmotoren. Sie bieten Gelegenheit, Erwartungen klar zu kommunizieren, Erfolge zu würdigen und Entwicklungsoptionen aufzuzeigen. Die Psychologin Amy Edmondson erklärt, dass
solche Gespräche vor allem dann erfolgreich sind, wenn sie dialogisch geführt werden, also Raum für Fragen, Sorgen und Ideen lassen. Hier entstehen Vertrauen und die Bereitschaft, sich aktiv einzubringen. Dieser konstruktive Austausch steht im krassen Gegensatz zur demotivierten Führungskraft, die Begegnungen bestenfalls als notwendiges Übel betrachtet.

Für Personalverantwortliche und HR-Manager bedeutet das: Es sollte verstärkt darauf geachtet werden, wie Führungskräfte mit ihren Teams kommunizieren. Nur eine motivierte Führungskraft kann ein motivierendes Umfeld schaffen. Die Investition in Führungskräfteentwicklung und Coaching zahlt sich deshalb in mehrfacher Hinsicht aus, etwa durch höhere Mitarbeiterbindung, ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl und eine insgesamt bessere Unternehmensperformance.

Letztendlich kann der Weg aus der Führungskrise nur über gezielte Impulse erfolgen. Ein gutes Beispiel liefert das Unternehmen Google, das mit seinem umfassenden Manager-Trainingsprogrammgenau dort ansetzt: Führungskräfte werden befähigt, ihre Rolle als Motivatoren zu verstehen und bewusst an ihrer Wirkung zu arbeiten. Die Resultate zeigen sich in mehr Innovationskraft, schnellerer Problemlösung und einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit.

Der Appell ist klar: Unternehmen sollten demotivierte Manager nicht als unveränderliche Gegebenheit betrachten. Jeder kann lernen, positive Energie zu vermitteln. Indem Führungskräfte ihre eigene Motivation reflektieren und stärken, geben sie ein kraftvolles Signal an ihre Teams: Motivation ist ansteckend, im besten Sinne.

von Mirko Udovich

Mirko Udovich
Geschäftsführender Gesellschafter
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