Innere Kündigung am Arbeitsplatz: Ursachen, Anzeichen und Lösungen

Innere Kündigung am Arbeitsplatz: Ursachen, Anzeichen und Lösungen

Die innere Kündigung, auch bekannt als psychologische Kündigung oder emotionale Kündigung, ist ein Phänomen, bei dem ein Mitarbeitender trotz formaler Beschäftigung zwar weiterhin am Arbeitsplatz anwesend ist, jedoch sein Engagement, seine Motivation und seine Leistungsfähigkeit erheblich reduziert. Diese Form der Kündigung kann schwerwiegende Auswirkungen auf das Arbeitsumfeld, die Produktivität und das Wohlbefinden sowohl des betroffenen Arbeitnehmers als auch des gesamten Teams haben.

Eine innere Kündigung tritt dann auf, wenn ein Mitarbeiter eine starke emotionale Distanz zu seiner Arbeit entwickelt und an Arbeitsaufgaben weniger interessiert ist. Man engagiert sich schlichtweg weniger und zeigt reduzierte Leistungsbereitschaft.

Anzeichen einer inneren Kündigung

Anzeichen einer inneren Kündigung können vielfältig sein und sich schleichend entwickeln. Das wird meist bei Meinungsverschiedenheiten im Team deutlich. Wer sich an Diskussionen nicht mehr beteiligt und weder Ideen noch Kritik einbringt, hat sich innerlich abgemeldet und lässt sogar zu, dass ihm andere in den Kompetenzbereich pfuschen. Spürbar wird die innere Kündigung auch durch die aufs Allernötigste reduzierte Kommunikation mit den Kollegen und den Vorgesetzten. Typische „Hinweise“ auf eine innere Kündigung sind beispielsweise:

  • Vermindertes Engagement und Motivation
  • Geringere Produktivität und Leistung
  • Vermeidung von Verantwortlichkeiten oder Projekten
  • Mangelnde Initiative und Kreativität
  • Zunahme von Fehlzeiten und Krankheitstagen
  • Rückzug von sozialen Interaktionen am Arbeitsplatz, zunehmende Isolation
  • Negative Einstellung gegenüber Aufgaben, Kollegen und Vorgesetzten
  • Geringeres Interesse an beruflicher Weiterentwicklung

Gründe und Ursachen

Die Gründe für eine innere Kündigung können vielfältig sein und von individuellen Arbeitsplatzfaktoren bis hin zu persönlichen Umständen reichen. Einige häufige Ursachen sind eine mangelnde Anerkennung und Wertschätzung seitens des Arbeitgebers oder Konflikte, Ungleichbehandlung bzw. Diskriminierung am Arbeitsplatz.

Weitere Gründe können auch Überforderung oder Unterforderung in der Arbeit sein, eine ineffektive Kommunikation und Führung seitens der Vorgesetzten und nicht zuletzt eine mangelnde Möglichkeit, sich zu entwickeln und weiterzubilden.

Maßnahmen für Arbeitnehmer

Mitarbeitende, die Anzeichen einer inneren Kündigung erkennen, sollten proaktiv handeln, um das Problem anzugehen. Dazu gehören ein offener Dialog mit dem Vorgesetzten über erlebte Herausforderungen und Bedenken, Selbstreflexion zur Identifizierung persönlicher Motivatoren und beruflicher Ziele, Selbstfürsorge zur Vorbeugung von Stress und Burnout, gezielte Suche nach neuen Herausforderungen oder Projekten, die das Interesse und die Motivation wiederbeleben können, sowie der Aufbau unterstützender Beziehungen zu Kollegen im Unternehmen.

Maßnahmen für Arbeitgeber

Arbeitgeber können ebenfalls Maßnahmen ergreifen, um eine innere Kündigung zu verhindern oder zu reduzieren. Dazu gehören die Schaffung eines positiven Arbeitsumfelds, das die Leistungen der Mitarbeiter anerkennt und würdigt, regelmäßige Feedback-Gespräche zur Identifizierung von Problemen und Unterstützung der Mitarbeiterentwicklung, Bereitstellung von Schulungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, effektives Konfliktmanagement und Schulung von Führungskräften in Kommunikation, Mitarbeiterführung und Motivationstechniken.

Ist eine innere Kündigung abwendbar?

Ja, eine innere Kündigung ist in der Regel abwendbar, wenn sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber proaktiv handeln und die zugrunde liegenden Probleme angehen.

Durch offene Kommunikation, gegenseitiges Verständnis und gemeinsame Bemühungen können Lösungen gefunden werden, um das Arbeitsengagement und die Zufriedenheit zu verbessern. Es erfordert jedoch Engagement und Einsatz von beiden Seiten, um langfristige Veränderungen zu bewirken.

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Dr Mirko Udovich
Autor Dr. Mirko Udovich
Geschäftsführender Gesellschafter

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