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Sollen Unternehmen auf ein Anschreiben verzichten? Für meinen Geschmack wird das Anschreiben abschaffen zum Heiligen Gral des Recruiting fehlinterpretiert.

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Sollen Unternehmen auf ein Anschreiben verzichten?

Für meinen Geschmack wird das Anschreiben abschaffen zum Heiligen Gral des Recruiting fehlinterpretiert. Problematisch dürfte eher sein, dass es noch Personaler gibt, die immer noch nach Noten und Biografie selektieren und Unternehmen, die lieber lässige unstrukturierte Interviews führen als auf teilstrukturierte zu setzen und Eignungsdiagnostik zu nutzen. Es gibt Pro und Contra zu Anschreiben, aus Sicht der Bewerber ebenso wie aus Sicht der Unternehmen. Wenn ich aber sehe, wie viele Unternehmen damit werben, kein Anschreiben zu wollen, verklären wir doch die Situation. Ich kann auch ohne Anschreiben schlechte Einstellungsprozesse erleben und nicht verlässliche Einstellungsentscheidungen treffen.

Wir vertauschen Ursache und Wirkung in noch viel zu vielen Fällen. Ja, sicher ist das Anschreiben in seiner alten von Bewerbern gelernten Form nicht mehr zeitgemäß. Weil es voller Worthülsen steckt und am Ende jeder Bewerber sein Profil mit Teamfähigkeit und Belastbarkeit abrundet. Ja, solche Anschreiben bieten keinen Mehrwert und sind Zeitverschwendung. Doch wer sagt, dass Anschreiben immer eine Last und derart inhaltsleer sein müssen? Meine Erfahrungen aus der Arbeit mit Bewerbern sind eindeutig. Mehr Klarheit im Anschreiben und ein persönliches Profil mit seinen individuellen Talenten, Erfahrungen, Kompetenzen und Stärken führen heute unmittelbar zu höheren Einladungsquoten. Und das ist es auch, was uns Menschen in der Arbeitswelt der Zukunft von Kollege Roboter unterscheiden wird.

von Mirko Udovich

Mirko Udovich
Geschäftsführender Gesellschafter
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