Arbeitszeugnis: So deuten Sie die Codes

Arbeitszeugnis: So deuten Sie die Codes

Woran erkennt man eigentlich ein gutes Arbeitszeugnis?

„Herr Mair hat seine Arbeit zu unserer Zufriedenheit erledigt.“ Das klingt doch eigentlich ganz gut, oder? Ist aber trotzdem nur Schulnote 6 bzw. genügend. Das kommt daher, dass ein Arbeitszeugnis „wohlwollend formuliert“ sein muss.

Personaler haben sich deshalb eine Art Code angewöhnt, mit dem sie ein negatives Urteil in positive Worte fassen können:

Sehr gut: Die Bestnote wird sehr überschwänglich ausgedrückt. Wenn Ihr Zeugnis Formulierungen wie „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ oder „in jeder Hinsicht und auf allerbeste Weise“ enthält, gehören Sie zu den Klassenbesten.

Gut: Hier wird der Superlativ etwas abgeschwächt. Statt zur „vollsten“ heißt es dann nur noch zur „vollen Zufriedenheit“ oder das Wörtchen „stets“ wird weggelassen: „Herr Mair erfüllte seine Aufgaben zu unserer vollsten Zufriedenheit“.

Befriedigend: Typische Formulierungen sind „hat unsere Erwartungen vollkommen erfüllt“. Das hört sich immer noch gut an, ist aber nur noch eine 7.

Genügend: Wer lediglich „den Erwartungen entsprochen“ und „zu unserer“ Zufriedenheit“ gearbeitet hat, kann die Formulierung mit „genügend“ übersetzen.

Mangelhaft: Schlagworte wie „meist“, „allgemein“ oder „im Großen und Ganzen“ sind Codes für eine mangelhafte Bewertung. Auch wenn im Arbeitszeugnis steht, dass der Mitarbeiter sich „bemüht“ hat, muss er davon ausgehen, dass er seinen Arbeitgeber nicht gerade begeistert hat und er seine Ziele eigentlich nicht erreicht hat.

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Dr Mirko Udovich
Autor Dr. Mirko Udovich
Geschäftsführender Gesellschafter

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